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Genderspezifische Sporternährung - Notwendigkeit oder Unsinn?

 

Die kleinen Unterschiede...

Frauen haben aufgrund ihrer kleineren Herzgröße eine höhere Herzfrequenz in Ruhe und während submaximaler Ausdauerbelastungen. Außerdem zeigen Frauen im Durchschnitt um 10 bis 15%ige geringere VO2max Werte als Männer und somit eine niedrigere Ausdauerleistung.

Ausdauertrainierte Frauen weisen durch ihre Östrogendominanz gegenüber den Männern einen höheren  Fettstoffwechsel, niedrigeren Proteinabbau und eine geringere Kohlenhydratverbrennung während sportlicher Belastung  auf als Männer.

Stoffwechselexperte Tarnopolsky von der Mc Master University in Canada beschäftigte sich vor ungefähr 15 Jahren in seinen Untersuchungen mit dem Einfluss einer Kohlenhydratreichen Ernährung, Empfehlungen zur Proteinzufuhr und Kreatinsupplementierung. Er konnte u.a. zeigen, dass das Carboloading bei Frauen zwar zu einer Vergrößerung der Kohlenhydratspeicher im Muskel, jedoch nur in einem Ausmaß, das in etwa der Hälfte desjenigen der Männer entsprach, führte. Der Proteinbedarf von Spitzenathleten liegt im Vergleich zu Inaktiven ungefähr um 100% höher, bei weiblichen Profisportlerinnen nur um etwa 50 bis 60%. Auch auf eine Kreatingabe reagierten Frauen und Männer unterschiedlich.

Genderspezifische Empfehlungen zur Sporternährung findet man dennoch noch sehr selten und ist sicher ein Bereich, der intensiverer Beschäftigung bedarf.

Was sind typisch kritische Nährstoffe bei Sportlerinnen?

 

Vitamin D und Calcium

Die meisten Menschen, so auch Sportler und Sportlerinnen weisen im Winter einen mehr oder weniger ausgeprägten Vitamin D-Mangel auf. Ich habe darüber schon mal in einem Blogpost geschrieben: http://www.ernaehrung-sport.at/index.php/blog-news/33.html.

Sportlerinnen, deren Figur und Körpergewicht eine entscheidende Rolle für ihre sportliche Leistung spielen, essen oft sehr wenig und trainieren dabei exzessiv, was zu einem chronischen Energiedefizit und Nährstoffmängel führen kann. Gerade calciumreiche Milchprodukte werden oft wegen ihres Fettgehaltes gemieden. Über die Gefahr der sog. weiblichen athletischen Triade habe ich ebenfalls schon berichtet: http://www.ernaehrung-sport.at/index.php/blog-news/31.html. Um Knochenerweichung und Knochenbrüche zu verhindern, ist eine Calciumreiche Ernährung und eine ausreichende Vitamin D-Versorgung insbesondere für Sportlerinnen unerlässlich.

Eisen

Vor allem Sportlerinnen laufen Gefahr einen Eisenmangel zu entwickeln, da sie neben dem Eisenverlust über den Schweiß, den Harn und den Stuhl auch viel Eisen über die monatliche Menstruationsblutung verlieren. Der durchschnittliche Blutverlust bei der Menstruation beträgt 30-60 ml, der tägliche Eisenbedarf liegt bei 15-20mg. Gerade  Mädchen, die ihre erste Regelblutung erst bekommen haben,  verlieren ungewohnt viel Eisen und können diesen Verlust oft nur schwer kompensieren. Dazu kommt, dass  immer mehr Frauen vegetarisch oder vegan essen oder zumindest viel weniger Fleisch als Männer essen. Da Fleisch nach wie vor die beste Quelle für Eisen darstellt, macht das Ernährungsverhalten hier oft den Unterschied.

Ob regelmäßiges, intensives Training den Eisenstatus maßgeblich beeinflusst, ist nicht ganz klar. Einerseits wird behauptet, dass eine Eisenunterversorgung bei Nicht-Sportlerinnen gleich häufig vorkommt als bei Sportlerinnen und dass das Training  nicht zur Eisenmangelanämie beiträgt. Andererseits gibt es Studienergebnisse, die belegen, dass zumindest bei jungen weiblichen Athletinnen eine Eisenmangelanämie deutlich häufiger zu beobachten ist als bei gesunden, jungen Nicht-Sportlerinnen. Was aber jedenfalls zutreffen dürfte, ist die Tatsache, dass das Training nicht so eine starke Auswirkung auf den Eisenstatus hat wie die Ernährungsweise und genetische Faktoren. Bei einem Mangel ist es wichtig, sich einer medizinischen Untersuchung inkl. Blutbild zu unterziehen, um eine passende Therapie zu finden. Eine eigenständigen Therapie kann nur mehr Schaden als Nutzen bringen.

So wie sich die Gender-Medizin mitlerweile mit den Unterschieden in Diagnose, Prävention und Therapie zwischen den Geschlechtern beschäftigt, wird hoffentlich auch in Zukunft weiter im Bereich der genderspezifischen Anforderungen an Training und Sporternährung geforscht werden.

Mein umfrangreicher, vollständiger Artikel über Gender-Sporternährung inkl. Quellenangaben wird voraussichtlich Anfang Oktober im Mitgliederbereich auf www.oegse.at erscheinen.

 

 

Bildquelle: shutterstock.com

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