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Endlich schneller durch Ketonkörper aus der Dose?

Nahrungsergänzungsmittel und Sportsupplemente boomen. Vor allem ambitionierte Hobbysportler sind oft auf der Suche nach Mitteln, um ihre sportliche Leistung stetig zu steigern, da ist oft nichts zu teuer. Ein beliebtes Thema im Ausdauer- , aber auch im Kraftsport ist zum Beispiel die sogenannte Ketose und die potentiell zusätzliche Energie, die man aus Ketonkörpern gewinnen kann.

Eine Möglichkeit, Ketonkörper zur Energiegewinnung zu nutzen ist die Einhaltung der sogenannten ketogenen Diät, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut, aber leider einige Nachteile, auch gesundheitlicher Natur mit sich bringt. (Ich werde demnächst in meinem Blog darüber berichten).

Die zweite Möglichkeit, Ketonkörper zu nutzen ist es, sie von außen durch Supplemente zuzuführen. Dafür gibt es  vor allem am Online-Markt Produkte mit Ketonsalzen- und –estern, die eine Leistungssteigerung durch einen geringeren Sauerstoffverbrauch bei höherer sportlicher Intensität versprechen. Der Preis eines Ketonester-Produktes, das ich online gefunden habe, beläuft sich dabei auf fast 80 EUR pro Dose.

Was steckt hinter dieser Produktidee?

Ketonkörper sind die Brennstoffe im extremen Hungerstoffwechsel. Das Gehirn funktioniert normalerweise mit Glucose als Brennstoff. Wenn der Körper hungert, steht dem Gehirn keine Glucose mehr zur Verfügung und der Körper stellt auf eine Notfallsituation um: Das Gehirn kann die Ketonkörper als Notfall-Energiesubstrat verwenden. Der Ersatz der Glucose als Energiesubstrat im Hungerstoffwechsel ist also die eigentliche Aufgabe der Ketonkörper.

Die sogenannte ketogene Diät will sich den Nutzen der Ketonkörper als Energiesubstrat auch für den Muskel zu Nutzen machen. Dies erfordert eine extrem fettreiche, aber fast kohlenhydratfreie Ernährung. Das heißt, hier fehlen die Kohlenhydrate als Energiesubstrat gänzlich. Die sogenannten Ketonkörper 3-Beta-Hydroxybutyrat und Acetoacetat treten als Nebenprodukte des Fettstoffwechsels im Körper auf. Je mehr Fettsäuren vorhanden sind, desto mehr Ketonkörper können produziert werden.

Es ist wohl jedem Sportler bekannt, dass die Kohlenhydratzufuhr während langer Trainingseinheiten die Leistungsfähigkeit verbessert, die Fähigkeit Kohlenhydrate in den Muskel aufzunehmen ist jedoch begrenzt. Kohlenhydrate aus Getränken, Gels und festen Snacks können mit einer Geschwindigkeit von etwa 1g pro Minute in den Muskel transportiert werden. Das entspricht in etwa 240 kcal pro Stunde, was nicht gerade viel ist wenn man den Energieverbrauch eines Radfahrers mit etwa 1000 kcal pro Stunde betrachtet. Die Frage, die man sich also gestellt hat lautet:

Gibt es einen Brennstoff, den man zusätzlich zu den Kohlenhydraten während einer sportlichen Belastungen aufnehmen kann, um den Muskeln mehr Energie bereit stellen zu können?

Theoretisch könnten Ketonkörper so eine zusätzliche Energiequelle darstellen. In Studien wurden beispielsweise Supplemente in Form von Ketonsalzen verwendet, welche aber zu massiven Magenproblemen geführt haben. Man hat dann einen Ketonester entwickelt, der anscheinend einige dieser Beschwerden verhindern konnte. Theoretisch könnte ein Sportler also ausreichend Kohlenhydrate plus ein Ketonester-Supplement während des Trainings zuführen, um so viel Energie wie möglich dem Muskel zur Verfügung zu stellen. Das würde die Nachteile einer ketogenen Diät, in der ja die Kohlenhydrate zur Energiegewinnung fehlen, gänzlich verhindern.

ABER: Ketonester sind extrem teuer (ca. 2600 Eur pro Liter) und haben einen sehr bitteren Geschmack. In der Praxis werden daher nur winzige Mengen verwendet, um das Supplement günstiger und geschmacklich annehmlicher zu halten. Das wiederum führt aber zur Frage, ob es Sinn macht die paar wenigen Kalorien extra zuzufügen, obwohl dies mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in dieser Menge keinen Effekt auf die Leistung haben wird.

Das ist ähnlich wie die Idee, mittelkettige Fettsäuren (Kokosöl) zuzuführen, weil diese schnell absorbiert und in Ketonkörper umgewandelt werden. Auch hier hat sich gezeigt, dass die theoretische Menge, die evtl. vielleicht zu einer Leistungssteiherung führen WÜRDE, schlimme Magen-Darm-Beschwerden hervorruft und in kleineren Mengen zu gar keinen Effekt führt.

Siehe auch meinen Blogpost dazu: http://www.ernaehrung-sport.at/index.php/blog-news/29.html

FAZIT:

Zusammenfassend kann man also sagen, dass es zur Zeit keine Evidenz gibt, dass die Zufuhr von Ketonkörpern in der Form, in der sie derzeit als Supplement angeboten werden, während sportlicher Belastung zu einer Verbesserung der sportlichen Leistung führen. Soll also heißen: Trainiert's lieber brav und spart's euch das Geld Lächelnd!

 

 

Bildquelle: shutterstock.com

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